NRWision
22.09.2020 - 36 Min.

TALK - der Podcast: Depersonalisation - Wer bin ich?

Podcast von Louisa Willems aus Köln

  • Talk
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Wenn man dem eigenen Spiegelbild nicht mehr trauen kann, weil man sein eigenes Gesicht nicht erkennt, dann spricht man von "Depersonalisation". Es handelt sich um einen psychischen Ausnahmezustand. Die Betroffenen wissen nicht mehr, was echt ist und was nicht. Die Personen fühlen sich fremd in ihrem eigenen Körper. Etwa ein bis drei Prozent der Menschen leiden unter Depersonalisation. Die Krankheit ist bislang noch weitestgehend unerforscht. In ihrem Podcast "TALK" spricht Moderatorin Louisa Willems mit Melissa. Sie leidet unter Depersonalisation und erzählt, wie sich die Krankheit bei ihr bemerkbar gemacht hat.
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Kommentare:

Peter Fischer
am 23. September 2020 um 14:27 Uhr

Dieser Podcast ist leider mal wieder eine Verbreitung populärer Mythen über die Depersonalisationsstörung. Es gibt keine Beweise dafür, dass Depersonalisation ein "Schutzmechanismus" ist. Ebenso ist es Unsinn, dass man eine Depersonalisationsstörung einfach "wegakzeptieren" könnte. In den meisten Fallserien zur Depersonalisationsstörung haben die Betroffenen im Mittel 15 Jahre an der Erkrankung gelitten, ohne eine Ende in Sicht. In den meisten Fällen wird eine Depersonalisationsstörung nie besser, egal wie viel Geduld man hat. Das kann letztlich zum Suizid führen. Diese Auswegslosigkeit der Betroffenen sollte gegenüber der Öffentlichkeit auch kommuniziert werden, ebenso wie die Tatsache, dass die Psychiater daran schuld sind, weil sie Störung ignorieren.

Abgesehen davon gibt es laut einigen Studien sehr wohl Medikamente, die gegen eine Depersonalisationsstörung helfen können. Am besten untersucht wurden dabei Lamotrigin und Naltrexon. Auch für transkranielle Magnetstimulation gibt es Belege aus klinischen Studien. Im Gegensatz dazu gibt es so gut wie keine Belege dafür, dass "Gespräche", also Psychotherapie, gegen eine Depersonalisationsstörung hilft.

Hier wird leider die Propaganda von Leuten wie Sebastian Ehmke aka "ZwangsNeurotiker" wiederholt, laut der die Depersonalisationsstörung schon jetzt heilbar wäre, wenn man sich an seine Ratschläge hält. Dadurch wird die Störung gegenüber der Öffentlichkeit massiv verharmlost und die Betroffenen werden von den echten Therapien abgehalten. Das ist Ehmkes Geschäftsmodell: Er kassiert auf Youtube Geld für Werbung und auf Patreon für Gespräche mit Betroffenen, obwohl er keinerlei psychotherapeutische Ausbildung durchlaufen hat. In seiner Facebook-Gruppe zur Depersonalisationsstörung wird Kritik oder auch nur "jammern" oder eine "schlechte Laune" zu verbreiten mit einem sofortigen Rauswurf geahndet, was schon zeigt, was für einen Charakter Ehmke hat. Er nutzt das Leid der Betroffenen schamlos aus und beutet sie aus.

Die Medien sollten die höchst problematische Situation bei der Depersonalisationsstörung realitätskonform darstellen und sich nicht zu den Erfüllungsgehilfen jener machen, die das Leid der Betroffenen ausnutzen.