NRWision
21.05.2015 - 7 Min.

engelszunge.tv: Critical Mass Wuppertal

Sendung von Studierenden der Universität Wuppertal

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Fast 500 Radfahrer, die gemeinsam durch Wuppertals Straßen fahren: Das ist die "Critical Mass". Durch einen Paragraphen in der Straßenverkehrsordnung wird die "Kritische Masse" zu einem Verbund, quasi zu einem zusammengehörenden Fahrzeug. Wenn das erste Rad bei Grün über die Ampel fährt, können also alle anderen nachfolgen, obwohl längst rotes Licht leuchtet. Den Radfahrern geht es um das Gemeinschaftsgefühl. Sie mögen die aktive Art des Fortbewegens und wollen zeigen, dass Fahrradfahren wieder "in" ist.
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Kommentare:

politischer Radler*in
am 2. Juni 2015 um 21:18 Uhr

Ein paar Infos zu Entstehung und Bau der Nordbahn Trasse. Sind die Teilnehmer*innen der CM auch gesellschaftskritisch?

Schöne Strecke auf der es sich sicherlich schön spazieren und radeln
lässt. Der Bau der Strecke war für Teile der Arbeiter*innen weniger
vergnüglich:
Auf Initiative des Leiters des Wuppertaler Jobcenters (eines Ex-Linken):
Thomas Lenz wurden 1€ Jobber*innen zum Bau herangezogen.

Manche ALG II-Bezieher*innen meldeten sich freiwillig, andere wurden
zwangsverpflichtet. Die Arbeitsbedingungen ließen sehr zu wünschen übrig...

Die Vertreter*innen der Wuppertal Bewegung haben sich der Kritik an
diesem Umstand überwiegend verschlossen:
Die Kritik ging an das "Herzstück" ihres Anliegens zumal Sozialkritik
nie deren Thema war, schön sollte die Stadt werden: zu welchem Preis war
relativ egal.
Im Gegenteil, sie verkauften sich gemeinsam mit dem
privatwirtschaftlichen Träger über den die Maßnahme lief als
vermeintlich sozial-integrativ.
Die lokale Jobwunder-Allianz handelte getreu dem Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft (INSM) - Motto "Sozial ist was Arbeit schafft!" - Da
kommt einem das kotzen!

Ergo: Die nette Recht-auf-Stadt-wir-machen´s-uns-schöner-Idee wurde mit
den Sachzwängen einer klammen Kommune kapitalistisch umgemünzt und zum
lokalen "Jobmotor" im dritten Arbeitsmarkt.

Vorschlag an die Veranstalter*innen von UrbanRadeling:
Für den Fall das der Film die skizzierte Kritik nicht enthält:
Vielleicht war dieser ganze Hintergrund nicht bekannt und die Wuppertal
Bewegung hat die Kritik an sich selbst vermutlich verschwiegen. Deshalb:
Zeigt doch wenigstens den kurzen Clip (Link siehe unten).

Dokumentation einiger sachdienlicher Artikel:

Video: basta! eröffnet die Nordbahntrasse (Jun. 2010)
basta-wuppertal.de/2010/06/trasseneroeffnung/

"Das interessiert hier keinen Menschen!" (Jun. 2010)
Warum es richtig war, bei der Eröffnung der „Nordbahntrasse“ auf die
Tatsache der Ein-Euro-Jobs hinzuweisen und die Arbeitsbedingungen der
eingesetzten Arbeiter_innen zu kritisieren.
Eine Anmerkung zur kleinen Aktion der Aktion Zahltag und von basta!
basta-wuppertal.de/2010/06/trassenfest-ein-euro-jobs/

Das physikalisch in Bochum beheimatete Labournet dokumentiert Kritik und
Protest:
basta! eröffnet die Nordbahntrasse
archiv.labournet.de/diskussion/arbeit/aktionen/europrotest.html

Die Nordbahntrasse - Wuppertaler Arbeitslose gestalten ihre Stadt
www.wichernhaus-wtal.de/pdf/Die_Nordbahntrasse_lr.pdf

Jobcenter-Chef: „Kritik an Hartz IV ist völlig überzogen“ (Jan. 2015)
www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/wirtschaft/jobcenter-chef-kritik-an-hartz-iv-ist-voellig-ueberzogen-1.1831120

Interview mit Thomas Lenz: "Es gibt nicht mehr Arbeit für alle" (Jul. 2009)
jungle-world.com/artikel/2009/30/35859.html


Zur Erinnerung:
Gedicht zu Arbeit

Sozial ist das, was Arbeit schafft,
denn Arbeit gibt dir Lebenskraft.
Ohne Arbeit sind wir nichts.

weiter unter:
www.freitag.de/autoren/michaelwinkler/sozial-ist-was-arbeit-schafft

Siglinde Cziborra
am 26. Mai 2015 um 08:33 Uhr

Sehr guter Beitrag - Danke!