Text: Maximilian Hartmann
Die Kamera ist nur ein Werkzeug. Der Umgang mit ihr entscheidet darüber, wie gut die eigenen Fotografien und Videos werden. Was sind also die wichtigsten Funktionen einer Kamera, die man verstehen sollte? Das erklärt die neue Serie „Die Kamera als Werkzeug: Wie du das Beste aus deinem Equipment holst“. Im dritten Teil geht es um das richtige Mikrofon für deine Produktion.
In Teil I und II dieser Serie haben wir uns mit den Grundeinstellungen von Kameras auseinandergesetzt. Du hast außerdem gelernt, welche Objektive sich für welche Situation eignen. Ein leider oft übersehener Teil der Videoproduktion ist der Ton. Viele Medienschaffende sind sogar der Meinung, dass die Bildqualität weniger wichtig ist. Das liegt daran, dass Zuschauende in vielen Fällen eher dazu neigen, schlechtere Bildqualität zu verzeihen, wenn dafür die Audioaufnahmen sauber produziert und gut abgemischt sind.
So haben alte, digital gedrehte Filme, die bildtechnisch nicht mit unseren modernen Standards mithalten, immer noch ein großes Publikum. Oft wird vergessen, wie wichtig der Ton bei einer Videoproduktion ist. Nicht umsonst heißt es: Audiovisuell.
Für die Aufzeichnung des Tons beim Dreh können interne und externe Mikrofone genutzt werden.
Der Vorteil an der internen Aufzeichnung ist natürlich, dass sie kein zusätzliches Equipment benötigt. Das spart Kosten und ermöglicht eine einfache Umsetzung der Produktion. Jedoch haben interne Kameramikrofone den Nachteil, dass sie selten so gut klingen wie ein externes Mikrofon. Je nach gewähltem Bildausschnitt kann zudem auch die Distanz zur Tonquelle schnell zum Problem werden.
Wenn das interne Mikrofon deiner Kamera qualitativ nicht mehr ausreicht, kommen externe Mikrofone ins Spiel. Diese lassen sich unter anderem direkt auf die Kamera montieren. Dies bietet sich beispielsweise sehr gut für Referenzton bei Reisefilmer*innen an. Beim Dreh fiktiver Geschichten – und zum Teil auch bei Dokumentationen – greift man hingegen auf Richtmikrofone zurück. Diese werden von Tontechniker*innen außerhalb des Bildes – so nah wie es eben geht – an die Sprechenden gehalten. Viele Studiosetups nutzen ebenfalls solche Mikrofone.
Für die Aufzeichnung von Interviews sind wiederum sogenannte Lavaliermikrofone (oder auch Ansteckmikrofone) eine gute Wahl. Diese kleinen Mikrofone lassen sich mit Klammern am Kragen des Interviewgastes befestigen, wodurch sich simpel ein gut klingender Ton aufnehmen lässt.
Egal, ob die Kamera direkt vor der Person oder mehrere Meter entfernt steht: Externe Mikrofone lassen sich entweder per Kabel, Funk oder mithilfe eines externen Rekorders direkt in der Kamera aufnehmen und besitzen in vielen Fällen eine bessere Auswahl an verschiedenen Aufnahmecodecs, Tonpegeleinstellungen sowie auch Audioein- und -ausgängen.
Und: Falls all diese Vorschläge für dich keine Option sein sollten, ist dein Smartphone die einfachste Lösung, um besseren Ton aufzunehmen. Die meisten modernen Handys haben inzwischen auf kurzer Distanz gute Mikrofone und können im Schnitt mit synchronisiert werden.
Grundsätzlich gilt: Die Technik zu verstehen ist wichtiger, als neue Technik zu kaufen. Übung, Planung und das Wissen über die Stärken und Schwächen des eigenen Equipments ermöglichen es, das Beste aus der bereits vorhandenen Technik herauszuholen.
Wir hoffen, dass die Reihe dir dabei hilft, noch mehr über deine Kamera zu lernen – und bessere Bilder aufzunehmen. Weitere Technik-Tipps bekommst du hier.