NRWision
05.07.2012 - 4 Min.
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Zaunpfahl: Die Medien über Christian Wulff

Beitrag von Journalistik-Studierenden der TU Dortmund

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Christian Wulff abwählen? Ihm Ehrensold zahlen? Zapfenstreich ja oder nein? Auf all diese Fragen haben sich die Medien Anfang des Jahres 2012 wie die Geier gestürzt. Wulff bekommt nun seinen Ehrensold - aber haben sich die Medien mit ihrer Berichterstattung selbst Ehre gemacht? Ein “Wink mit dem Zaunpfahl” von Jana Banse.

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Kommentare:

Bea
am 9. Oktober 2012 um 14:51 Uhr

Die Grenzen zwischen Sensationsjournalismus und sachlicher Berichterstattung sind fließend. Wenn man über die Krisenherde der Welt berichtet und Anschläge und Bombenangriffe im Fernsehen und im Internet live verfolgen kann, ist das auch eine Form von Sensationsjournalismus und hat mit sachlicher Berichterstattung nicht mehr viel zu tun, denn es geht dabei letztlich auch nur um Einschaltquoten. Christian Wulff steht für viele die Karriere gemacht haben und hatte es vielleicht nur stellvertretend für alle ausbaden müssen, denn, wenn man so manche Karriere durchleuchten würde, so glaube ich, sehe das Ergebnis bei vielen so aus, wie im Falle „Wulff“, „Kachelmann“, „zu Guttenberg“ oder „Strauß-Kahn“. Man ahnt es bei vielen, aber man kann ihnen nichts beweisen, wenn es dann doch mal der Fall sein sollte, dann wird natürlich davon in allen Medien berichtet. Männer machen oft auch mit den Ellenbogen Karriere, Können alleine, reicht doch meist nicht aus, viele Frauen hingegen, auch im Zeitalter der Emanzipation, trotz Ausbildung und Studium, mit den Waffen einer Frau. Fast jede Frau, die Karriere als Sportlerin, Schauspielerin usw. gemacht hat, hat sich für den „Playboy“ ausgezogen oder geht bzw. ist privat Beziehungen und Verbindungen eingegangen, die der Karriere nützlich sind oder waren. Bei Schauspielern klingen Liebeserklärungen überzeugender als jene, die nur ehrlich und aufrichtig gemeint sind. Mancher Werdegang hat mit den richtigen Connections dann schon bis nach Hollywood oder sonst wo geführt. Mit Schauspielkunst kommt man leichter ans Ziel wie mit Ehrlich- und Aufrichtigkeit, aber Schauspielerei, das ist nicht jedermanns Sache, daher bleiben viele auf der Strecke, die allzu anständig sind. Genauso ist es in der Politik, in den Medien usw., es sind auch nur Schauspieler, die sich verkaufen. Wenn dann doch plötzlich das wahre Gesicht entlarvt wird, ist die Aufregung und Enttäuschung natürlich groß. Viele haben sich im Falle „Kachelmann“ vielleicht persönlich getroffen gefühlt. Er war ein beliebter Moderator und die meisten hatten ein gänzlich anderes Bild vom ihm. Das Gericht ist letztlich zu dem Schluss gekommen, was er gemacht hat ist sicherlich nicht schön, aber letztlich nicht strafbar, was aber dennoch kein Freibrief sein sollte, so mit Frauen umzugehen. Im Falle „zu Guttenberg“ waren die Meinungen sehr unterschiedlich, weil ihn viele sympathisch fanden, aber dennoch kann man es nicht als Kavaliersdelikt abtun, was er getan hat, wenn man von Herkunft und Namen, doch vom Schicksal schon relativ begünstigt ist und sich so manche Türe wie von selbst öffnet. Den Doktortitel hätte er gar nicht benötigt, um Karriere zu machen. Abgesehen davon, war er Bundesverteidigungsminister und somit Vorbild für viele junge Menschen. Christian Wulff hingegen war Staatsoberhaupt und damit Vorbild für das ganze Land, deswegen konnte er sich keine Fehler leisten, vor allen Dingen nicht in moralischer und ethischer Hinsicht. Viele Vorwürfe wurden ja in allen Fällen bestätigt und sie aufzudecken, das ist schon die Aufgabe des Journalismus, ob man sie dann so ausschlachten sollte, ist eine andere Sache. Es ist dann aber meist die Boulevardpresse, die sich darauf stürzt, die ohnehin nichts mit Journalismus im eigentlichen Sinne zu tun hat, sondern die nur ihre Zeitungen verkaufen bzw. bei Sendungen hohe Einschaltquoten erzielen will und nicht nach der Wahrheit fragt.