KURT - Wochenkurier: Stadtradeln Dortmund, Personalmangel an der TU, Umbau der Westfalenhallen

Podcast von eldoradio*, dem Campusradio an der TU Dortmund

Seit dem 3. Mai 2026 radelt Dortmund beim Stadtradeln wieder um die Wette. Dabei hat die TU Dortmund einen Titel zu verteidigen. Weitere Themen: Maßnahmen gegen Personalmangel in der Germanistik, die Stadt Dortmund steht finanziell im Minus und mehr als 200 Millionen für den Westfalenhallen-Umbau. Mehr Informationen zum Stadtradeln: Link

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Kommentare

  • Heinz Dreyer
  • 12. Juni 2026
  • 09:19
Man kann es auch ganz konkret machen: Laut offizieller Studierendenstatistik für das Wintersemester 2024/2025 studieren 4768 Studierende Germanistik in Dortmund. Dieser Studierendenzahl stehen acht Professuren gegenüber. Das ergibt ein (bundesweit wohl einmalig schlechtes) Betreuungsverhältnis von 596:1. Zum Vergleich: Anglistik und Amerikanistik studieren in der gleichen Fakultät zweieinhalb mal weniger, nämlich 1896 Studierende, bei sieben Professuren (Betreuungsverhältnis: 271:1). Für 465 Journalistik-Studierende gibt es ebenfalls acht Professuren (Betreuungsverhältnis: 58:1). Betrachtet man die Mathematik, die aufgrund des Fachs Mathematische Grundbildung im Lehramt ähnlich wichtig ist wie die Germanistik aufgrund des Fachs Sprachliche Grundbildung, so stellt man fest, dass es dort für 3711 Studierende ganze 24 Professuren gibt (Betreuungsverhältnis: 155:1). Das hilft dabei, die Situation in der Germanistik realistischer zu betrachten. Jetzt stellt sich die Frage, wie derart viele Studierende von so wenigen Professuren angemessen unterrichtet, betreut und geprüft werden sollen. Denn, wie sich in Erfahrung bringen ließ, fährt die Hochschulleitung in der Germanistik einen besonderen Sparkurs, demzufolge pro Professur nicht einmal zwei (!) wissenschaftliche Mitarbeiter:innen vorgesehen sind. Das heißt, das insgesamt nur etwa 22 Dozent:innen für annähernd 5000 Studierende beschäftigt werden! Vor diesem Hintergrund erscheinen auch die Maßnahmen des Rektorats zur 'Entlastung der Germanistik' fragwürdig: Ob diese Ausstattung noch mit dem Hochschulgesetz und dem Gesetz zur Lehramtsausbildung in NRW in Einklang steht?
  • Tessa Laumann
  • 17. Mai 2026
  • 10:46
Interessant ist auch die Vorgeschichte dieser wissenschaftspolitischen Katastrophe. Wie ein Bericht der FAZ aus dem Jahr 2019 zeigt, hat das Rektorat das gut funktionierende Institut für deutsche Sprache und Literatur damals in einer höchst zweifelhaften Aktion aufgelöst: https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/tu-dortmund-rektorin-schafft-sprach-und-literaturinstitute-ab-16219318.html. Ganz offensichtlich hat man aber nichts getan, um die Situation im zahlenmäßig größten Fach des Lehramts zu verbessern. Ganz im Gegenteil wurde immer mehr Personal abgebaut und das vormalige Department in eine dysfunktionale Einheit mit Ordinarienstruktur umgewandelt; wahrscheinlich um nach dem Prinzip „divide et impera“ immer weitere Keile zwischen die Professuren treiben zu können. Die jetzigen Studierenden vor diesem Hintergrund im Rahmen einer Show-Veranstaltung mit völlig unzulänglichen ‚Maßnahmen‘ beschwichtigen zu wollen, ist Augenwischerei und höchstwahrscheinlich nur dem Umstand geschuldet, dass man Angst hat, bei der Exzellenzstrategie die Quittung für dieses Missmanagement zu bekommen.
  • Ger Manist
  • 15. Mai 2026
  • 13:09
In meinen Augen verdient dieser untragbare Zustand in der Germanistik weitaus mehr mediale Aufmerksamkeit. Die Universität kann dem grundlegenden Anspruch nicht nachkommen, akzeptable Studienbedingungen zu bieten und das für rund 4000 Studierende! Da sollte – nicht nur von eurer Seite – mehr kommen als eine Randnotiz oder auf anderer Ebene eine einstündige Informationsveranstaltung mit Rektorat und Dekanat, die außer leeren Worthülsen und Scheinlösungen ohne Details (zwei vorgezogene Professuren) nichts liefert.
  • Heinz Dreyer
  • 12. Mai 2026
  • 13:04
Bei der Maßnahme mit den beiden Professuren handelt es sich um einen Taschenspielertrick, weil zwei andere dafür eingespart werden. Bis 2030 sind sie wieder verschwunden. Außerdem geht es wohl nur darum, kurzfristig Kosmetik zu betreiben. Strukturelle Verbesserungen sehen jedenfalls anders aus. Man muss sich das vor Augen führen: In der Germanistik gibt es neun Professuren für annähernd 5000 Studierende (wenn mal alle Professuren besetzt sind), in der Mathematik hingegen sind es 24 für nicht einmal 4000 Studierende. Das Betreuungsverhältnis kann sich jeder selbst ausrechnen. Was wirklich etwas helfen würde, wären signifikant mehr wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, mindestens das Dreifache. Die könnten auch die fehlende Lehre und die Prüfungen übernehmen.