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Schulterblick: Gefängnisküche der JVA Gelsenkirchen

Sendereihe der TV-Lehrredaktion an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen

Mitten in der JVA Gelsenkirchen hantieren Häftlinge mit scharfen Messern. Sie drehen aber keinen Horrorfilm und rauben auch nicht ihre Aufseher aus, sondern bewirten die anderen Insassen. "Schulterblick" ist diesmal für einen Tag zu Gast in der Knastküche. Hier arbeiten fast nur Gefangene, der Job ist sehr beliebt. Als Interviewgast ist der stellvertretende Leiter der JVA Gelsenkirchen, Ralf Bothge, in der Sendung. Er erklärt, warum die Küchenmesser ganz sicher nicht geklaut werden.

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  • Ines Katharina Knoll
    am 20. Januar 2018 um 20:02 Uhr
    Ich war brandaktuell für 9 Wochen aus politischen Gründen unter Zuhilfenahme von Rechtsbruch und Rechtsbeugung in der JVA Gelsenkirchen inhaftiert.
    Ich habe mir den Bericht sehr genau angesehen und musste feststellen, dass dieser Bericht nicht den Tatsachen entspricht.
    Das Esssen, welches den Gefangenen gereicht wird, entspricht nicht dem, was im Bericht gezeigt wurde. Das Brot, war über den gesamten Zeitraum nicht frisch und oftmals so hart, dass man sich die Zähne ruiniert. Kurz vor Weihnachten erhielten wir auf einer 4 Zelle, belegt mit 3 Gefangenen 6 Scheiben Brot. Die zwei Scheiben in der Mitte waren sichtbar verschimmelt – damit ist die gesamte Charge verdorben. Ansonsten musste man die Ränder abschneiden, um überhaupt ein Handflächen großes Stück Brot essen zu können. Zweimal wöchentlich (Di,Fr) erhalten die Gefangenen 1,25 l Getränke , an 5 Tagen die Woche bekommen die Gefangenen 500 ml ungenießbare Getränke (meist Tee, einmal Kakao, einmal Kaffee) dermaßen überzuckert, dass es schon gesundheitsschädlich, aber vor allem eklig ist.
    Das „warme Essen“ kam in den meisten Fällen kalt auf die Zellen. Suppen (bis auf eine Ausnahme – Wirsingsuppe) waren ungenießbar – man hatte den Eindruck, dass es zusammengekehrte Reste waren – rote Bohnen, grüne Bohnen, weiße Bohnen, Lauch, Mören, Erbsen, Paprika, Wurstreste – gewürzt oft gar nicht oder nur einfach „scharf“.
    Fleisch konnte man, weil es hart war nicht schneiden, geschweige denn essen. Einmal wurden Putenschnitzel gereicht – die schmeckten nach Seife.
    In der Gefängnisküche wurde aktuell anfang Januar 2018 ein Messer entwendet – die Sanktionen – als Kollektivstrafe für den gesamten Männerknast – waren unmenschlich.
    Ich habe mir, um wenigstens einmal pro Tag ein heißes Getränk zu haben, beim Hofgang Tymian geflückt – selbst das wurde untersagt.
    Leider ist der Bericht von Herrn Ralf Botke sehr realitätsfern.
    Um realitätsnah berichten zu können, muss man die Zustände selbst erlebt haben.

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